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28.November 2008 - Die Mexikohexe schlägt zurück
Freitag, November 28th, 2008 | don't impose - die Höflichkeitskolumne | 1 Kommentar
Es ist der Geburtstag eines Freundes und wir treffen uns ein weiteres Mal beim Mexikaner. Nach dem Kellnerin-Fiasko beim letzten Mal können wir doch dem leckeren Essen nicht widerstehen und begeben uns erneut in die Höhle des Löwen, respektive der Kellnerin.
Wir haben Glück – wenn man das so nennen möchte. Schon als wir die Türe aufstoßen, grinst sie uns an wie ein Honigkuchenpferd. Sie scheint uns wiederzuerkennen, und das ganz ohne gigantischen Sojasaucenfleck auf dem Hemd. Dieses Mal dürfen wir sogar etwas länger in der Karte stöbern ohne dass sie uns diese anschließend vorliest.
Es ist Montag und das ist von Bedeutung, denn montags gibt es eine riesige Portion Gambas zum günstigen Preis. Wir bestellen einmal einen gemischten Vorspeisenteller für alle. Allerdings ist mir nicht ganz klar, was „Gambas Rebozadas“ sind. Was Gambas sind, weiß ich, aber „rebozadas“ – vielleicht heißt das ja „ultrascharf“ oder etwas in der Art und dann sollten die versammelten Lebensmittelallergiker am Tisch vielleicht vorsichtig sein. Genau hier erfolgt der erste Auftritt der Kellnerin, die, wie sich später herausstellen wird, heißt wie ein Musikinstrument: Tuba. Und genauso viel heiße Luft fabriziert sie auch, denn sie antwortet (ziemlich laut, als wären wir nicht nur unwissend, sondern auch taub): „Das sind Meeresfrüchte!“ Ahja. Ich frage noch mal, auf was sich „rebozadas“ bezieht, bzw. welche Zubereitungsart das ist. Es wird sich nachher herausstellen, dass es so etwas wie „im Brotteig“ oder „paniert“ bedeutet. Sie wiederum antwortet: „Sag ich doch, Meeresfrüchte.“ Gut. Schweigen wir einfach dazu.
Wir bestellen also das Essen, unter anderem auch einmal das Gambasangebot. Mit Kräuterbroten, Dips und Salat. Der völlig ausgehungerte bestellt noch eine Portion Reis dazu. Darauf sie: „Das ist ja blöd, dass da kein Reis dabei ist. Das ist gut, dass Sie welchen dazu bestellen. Oder lieber Pommes?“
Auch hier – schweigen wir lieber.
Sie bringt das Essen und verteilt tausend kleine Tellerchen auf unserem Tisch. Als sie die Platte mit den ungefähr dreißig ungeschälten Gambas vor meinen Bekannten stellt, schaut sie ihn mit großen Augen an und sagt: „Können Sie die schälen? Ehrlich? Ich find das ja total eklig, denen den Kopf abzuknacken!“ Langsam fragen wir uns, ob sie sich einen Sport daraus macht…
Nach dem Essen liegen einige Papiere für ein Projekt auf dem Tisch, die wir gemeinsam durchgehen. In der Zeit ignoriert sie uns konsequent, es gibt keine neuen Getränke, kein gar nichts. Später sagt sie, wir hätten ja gearbeitet, da hätte sie nicht stören wollen.
Wir fragen nach der Rechnung und wie beim letzten Mal verdreht sie die Augen, als ihr klar wird, dass ihre mathematischen Kenntnisse gefragt sind. Sie ist nicht in der Lage, von 102,30€ ganze 84€ abzuziehen. Sie versucht es 4mal schriftlich auf ihrem Kellnerinnenblock – vergeblich. Peter sagt ihr das Ergebnis, sie glaubt ihm nicht. Erst als er es ihr auf dem Handyrechner zeigt, glaubt sie uns. Und dann schaut sie ihn ungläubig an: „Sie können ja gut rechnen!“
Langsam beschleicht mich der Verdacht, dies könnte ein Theaterdinner sein…
9. Oktober 2008 - Der Fremdkitzler
Donnerstag, Oktober 9th, 2008 | Allgemein | 4 Kommentare
Auf der Suche nach einem passenden Geschenk für eine Freundin schlendere ich durch die Stadt und lande schlussendlich im Buchladen. Nachdem ich mich höchst ökonomisch für ein Taschenbuch für sie und drei für mich entschieden habe, stelle ich mich an der Kassenschlange an. Vor mir stehen noch drei oder vier Personen, ich weiß es nicht genau, da ich noch in die Klappentexte der Bücher vertieft bin. Doch ich werde abrupt aus meinem Lesevorgang gerissen, als sich die Hand des Vordermanns in meine Richtung bewegt und sanft anfängt meine Bauchfalten zu kraulen.
Völlig überrascht lache ich laut auf. Ich kann mich gar nicht mehr halten, was dazu führt, dass sich jetzt auch der Mann vor mir umdreht. Sein Gesicht wechselt die Farbe, die Augen reißt er weit auf als er erkennt, dass ich offensichtlich nicht seine Freundin bin. Denn die steht ein paar Meter weiter am Taschenbuchstand, wie ich seinem gehetzt umherschauenden Blick entnehmen kann. Ich hingegen kann immer noch nicht aufhören zu lachen – was ihm wiederum anscheinend sehr peinlich ist, denn natürlich ruhen nun einige Augenpaare auf uns. Ich warte immer noch auf ein „Entschuldigung“, aber irgendwie scheint ihm das nicht über die Lippen zu kommen.
Warum eigentlich nicht? Manch andere Frau hätte vielleicht völlig anders reagiert. Ich hab nun mal laut gelacht, aber eine andere wäre vielleicht hysterisch geworden, hätte ihn vielleicht angeschrien, vielleicht gar geohrfeigt. Das wäre ihm sicherlich auch peinlich gewesen.
Aber nun kommt erst auch noch seine Freundin hinzu. Hätte er mich vorher nur aus dem Augenwinkel gesehen, dann wäre ihm das Missgeschick sicher nicht passiert. Sie ist nämlich exakt das optische Gegenteil von mir. Offensichtlich auch in ihrer Reaktion. Denn obwohl ich immer noch lache, reagiert sie äußerst aggressiv. „Was ist hier los?“, keift sie mit einem bissigen Ton. Er zischt kaum hörbar in meine Richtung: „Das bleibt unter uns!“
Er ringt mit den Worten, was durchaus verständlich ist, wenn man ihre blitzenden Augen vor sich hat, die auch mich endlich von meinem Lachanfall befreien. „Ich bin der Dame leider auf den Fuß getrampelt.“ „Ach, und das ist soo furchtbar witzig?“ Hilflos blicken seine Augen hin und her. „Ähm, das Witzige war, das ich gleich zweimal auf den Fuß getreten bin.“ Ahja.
Sie zerrt ihn an seinem Arm in eine andere Richtung. „Hast du etwa schon wieder geflirtet, obwohl ich daneben stand?“ Er verdreht die Augen. Und dann kommt sie doch noch, unerwartet und ganz leise. „Entschuldigung.“
Sammelsurium
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- Carolin: Ahhh wie cool, so Mamas kennen keine Schmerzgrenze!!
- Carolin: Soviel Arroganz und IGnoranz uns Selbstverliebtheit macht sprachlos. Vielleicht war er aber auch nur ein...
- Carolin: Das erinnert mich an das Gedrängel auf dem Weihnachtsmarkt, wenn man - vertieft in die Ware an den Ständen...
- Sebastian: Oh das kommt mir ein ganz klein wenig bekannt vor.
Zu der Wohnung in der ich jetzt Wohne gehörte auch... - Wortman: *oha* da warst du ja echt human
Bei mir hätte dieser “Vermieter” ganz andere Worte gehört....